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Aug. 24

Ruhe-EKG, Langzeit-EKG oder Belastungs-EKG: Welches Verfahren beantwortet welche Frage?

Das Elektrokardiogramm (EKG) gehört zu den etablierten Untersuchungsverfahren in der kardiologischen Diagnostik. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und kann wichtige Hinweise auf den Herzrhythmus sowie die Erregungsbildung und Erregungsleitung liefern.

Doch EKG ist nicht gleich EKG: Das Ruhe-EKG, das Langzeit-EKG und das Belastungs-EKG unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Aufzeichnungsdauer und der Bedingungen, unter denen die elektrische Herzaktivität erfasst wird.

Während ein Ruhe-EKG eine kurze Momentaufnahme unter Ruhebedingungen ermöglicht, zeichnet ein Langzeit-EKG den Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum auf. Ein Belastungs-EKG untersucht dagegen, wie sich die elektrische Herzaktivität unter kontrollierter körperlicher Anstrengung verändert.

**Welches EKG-Verfahren geeignet ist, hängt von der medizinischen Fragestellung, den Beschwerden und der individuellen Situation ab.** Die drei Verfahren können sich ergänzen, sind aber nicht beliebig austauschbar.

## Was ist ein Ruhe-EKG?

Ein Ruhe-EKG ist eine Untersuchung, bei der die elektrische Aktivität des Herzens unter Ruhebedingungen aufgezeichnet wird. Dafür werden Elektroden auf der Haut angebracht, die elektrische Signale erfassen. In der klinischen Routine kommt häufig das standardisierte 12-Kanal-EKG zum Einsatz, das die Herzaktivität aus unterschiedlichen Ableitungsrichtungen darstellt.

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und kann beispielsweise in einer Hausarztpraxis, einer kardiologischen Fachpraxis oder einer Klinik durchgeführt werden.

### Was kann ein Ruhe-EKG zeigen?

Ein Ruhe-EKG kann Hinweise auf Herzrhythmusstörungen, Störungen der Erregungsbildung und Erregungsleitung sowie bestimmte Veränderungen der elektrischen Herzaktion geben. Auch Veränderungen der ST-Strecke und der T-Welle können für die medizinische Beurteilung relevant sein.

Die Ergebnisse werden immer im Zusammenhang mit den Beschwerden, der Krankengeschichte und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen bewertet.

### Welche Grenzen hat das Ruhe-EKG?

Ein Ruhe-EKG bildet nur einen kurzen Zeitraum ab. Treten Herzrhythmusstörungen unregelmäßig oder nur vorübergehend auf, können sie während der Untersuchung fehlen.

Ein unauffälliges Ruhe-EKG schließt deshalb nicht jede intermittierende Herzrhythmusstörung oder andere Herzerkrankung aus. Bei entsprechendem klinischem Verdacht können weiterführende Untersuchungen erforderlich sein.

**Typischer Einsatzbereich:** Das Ruhe-EKG dient der Beurteilung der elektrischen Herzaktivität unter Ruhebedingungen und kann eine wichtige Grundlage für die weitere kardiologische Diagnostik bilden.

## Was ist ein Langzeit-EKG?

Ein Langzeit-EKG ermöglicht es, die elektrische Herzaktivität über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen. Die untersuchte Person trägt dazu einen tragbaren EKG-Rekorder, der die Signale während des vorgesehenen Überwachungszeitraums erfasst.

Je nach medizinischer Fragestellung und eingesetztem System kann die Aufzeichnung beispielsweise über 24 Stunden, mehrere Tage oder einen längeren Zeitraum erfolgen.

Das Langzeit-EKG wird insbesondere dann relevant, wenn Beschwerden nur gelegentlich auftreten oder der Verdacht auf eine intermittierende Herzrhythmusstörung besteht.

### Wann ist ein Langzeit-EKG sinnvoll?

Ein Langzeit-EKG kann eingesetzt werden, um den Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum zu beurteilen und mögliche Zusammenhänge zwischen Beschwerden und aufgezeichneten Rhythmusereignissen zu untersuchen.

Zu den möglichen Fragestellungen gehören beispielsweise der Verdacht auf zeitweise auftretende Herzrhythmusstörungen, die Erfassung bestimmter Rhythmusereignisse oder die weitere Abklärung von Herzstolpern und Herzrasen.

Bei Verdacht auf paroxysmales Vorhofflimmern, das in einem Ruhe-EKG nicht nachgewiesen wurde, empfiehlt die britische Fachleitlinie NICE eine ambulante EKG-Überwachung. Die Wahl der Aufzeichnungsdauer orientiert sich dabei unter anderem daran, wie häufig die vermuteten Episoden auftreten.

Die konkrete Untersuchungsmethode wird anhand der individuellen klinischen Situation festgelegt.

### Welche Grenzen hat das Langzeit-EKG?

Auch ein Langzeit-EKG kann nicht jede Herzrhythmusstörung sicher ausschließen. Treten Ereignisse außerhalb des Aufzeichnungszeitraums auf, werden sie möglicherweise nicht erfasst. Je nach Häufigkeit der Beschwerden kann deshalb eine längere Überwachung oder ein anderes diagnostisches Verfahren notwendig sein.

Für die Aussagekraft der Untersuchung sind zudem eine ausreichende Signalqualität und eine fachgerechte Auswertung wichtig.

**Typischer Einsatzbereich:** Das Langzeit-EKG dient der längerfristigen Beobachtung des Herzrhythmus, insbesondere bei diagnostischen Fragestellungen, bei denen eine kurze Aufzeichnung möglicherweise nicht ausreicht.

## Was ist ein Belastungs-EKG?

Das Belastungs-EKG untersucht die elektrische Herzaktivität während einer kontrollierten körperlichen Belastung. Häufig erfolgt die Untersuchung auf einem Fahrradergometer. Dabei wird das EKG während der Belastungsphasen und in der anschließenden Erholungsphase aufgezeichnet.

Je nach Untersuchungsprotokoll werden zusätzlich beispielsweise die Herzfrequenz, der Blutdruck und die erreichte Belastungsstufe dokumentiert.

Im Unterschied zum Ruhe-EKG wird die Herzaktivität nicht nur unter Ruhebedingungen betrachtet. Vielmehr steht die Reaktion auf eine körperliche Belastung im Mittelpunkt.

### Wann kommt ein Belastungs-EKG zum Einsatz?

Ein Belastungs-EKG kann bei ausgewählten Fragestellungen helfen, die Reaktion von Herzfrequenz und EKG auf körperliche Anstrengung zu beurteilen. Dazu gehören beispielsweise die Untersuchung belastungsabhängiger Beschwerden oder die Abklärung bestimmter unter Belastung auftretender Rhythmus- und Erregungsleitungsstörungen.

Bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit hängt die Auswahl des geeigneten diagnostischen Verfahrens von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die individuelle Vortestwahrscheinlichkeit, die Beschwerden, die körperliche Belastbarkeit und die verfügbaren diagnostischen Alternativen.

Die europäische Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) zu chronischen Koronarsyndromen beschreibt verschiedene Möglichkeiten der diagnostischen Abklärung. Das Belastungs-EKG ist dabei nicht für jede Fragestellung gleichermaßen geeignet.

### Welche Grenzen hat das Belastungs-EKG?

Die Untersuchung setzt voraus, dass eine körperliche Belastung medizinisch vertretbar ist. Außerdem sind die Aussagekraft und die Interpretation der Ergebnisse von der jeweiligen Fragestellung und den individuellen Voraussetzungen abhängig.

Ein Belastungs-EKG ist deshalb kein universell geeignetes Verfahren zur Abklärung sämtlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Entscheidung über seine Anwendung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

**Typischer Einsatzbereich:** Das Belastungs-EKG dient der Beurteilung der elektrischen Herzaktivität unter körperlicher Anstrengung und kann bei ausgewählten kardiologischen Fragestellungen zusätzliche Informationen liefern.

## Ruhe-EKG, Langzeit-EKG und Belastungs-EKG: Die wichtigsten Unterschiede

Die drei EKG-Verfahren unterscheiden sich vor allem durch den Zeitraum und die Bedingungen der Aufzeichnung.

Beim Ruhe-EKG wird die elektrische Herzaktivität über einen kurzen Zeitraum unter Ruhebedingungen erfasst. Es eignet sich unter anderem zur Beurteilung des Herzrhythmus und der Erregungsleitung zum Zeitpunkt der Untersuchung.

Das Langzeit-EKG ermöglicht eine längerfristige Aufzeichnung und kann deshalb bei Verdacht auf intermittierend auftretende Herzrhythmusstörungen hilfreich sein. Die Dauer der Überwachung richtet sich nach der klinischen Fragestellung und der Häufigkeit der vermuteten Ereignisse.

Das Belastungs-EKG erfasst die elektrische Herzaktivität während einer kontrollierten körperlichen Anstrengung. Es kann bei ausgewählten Fragestellungen Informationen über die Reaktion des Herzens auf Belastung liefern.

Keines der Verfahren ist grundsätzlich das beste für alle Situationen. Entscheidend ist, welche medizinische Frage beantwortet werden soll und welches Untersuchungsverfahren dafür geeignet ist.

## Welches EKG-Verfahren ist das richtige?

Die Auswahl des geeigneten EKG-Verfahrens beginnt mit der klinischen Fragestellung. Dabei spielen die Art und Häufigkeit der Beschwerden, der Zeitpunkt ihres Auftretens, die Krankengeschichte und die individuellen Voraussetzungen eine Rolle.

Wenn die elektrische Herzaktivität unter Ruhebedingungen beurteilt werden soll, kann ein Ruhe-EKG die passende Untersuchung sein.

Besteht der Verdacht auf eine zeitweise auftretende Herzrhythmusstörung, kann eine ambulante EKG-Überwachung sinnvoll sein. Die erforderliche Aufzeichnungsdauer hängt unter anderem davon ab, wie häufig die vermuteten Ereignisse auftreten.

Wenn Beschwerden mit körperlicher Anstrengung zusammenhängen, muss ärztlich beurteilt werden, ob ein Belastungs-EKG oder ein alternatives Untersuchungsverfahren geeignet ist.

Die Auswahl des Verfahrens erfolgt auf Grundlage der individuellen Situation und der jeweils geltenden fachlichen Empfehlungen.

## Worauf sollten medizinische Einrichtungen bei der Auswahl eines EKG-Systems achten?

Neben der medizinischen Fragestellung spielen auch die organisatorischen und technischen Anforderungen einer Einrichtung eine wichtige Rolle. Die Anforderungen an ein EKG-System können sich beispielsweise zwischen einer Hausarztpraxis, einer kardiologischen Fachpraxis und einer Klinik unterscheiden.

Bei der Auswahl eines EKG-Geräts sollten deshalb mehrere Aspekte berücksichtigt werden.

**Untersuchungsverfahren:** Welche EKG-Untersuchungen sollen regelmäßig durchgeführt werden? Wird ein System für Ruhe-EKGs benötigt oder sollen auch Langzeit- und Belastungsdiagnostik abgedeckt werden?

**Bedienbarkeit und Arbeitsabläufe:** Wie lässt sich das Gerät in die täglichen Untersuchungsabläufe integrieren? Welche Anforderungen haben die Anwender an Bedienung, Dokumentation und Auswertung?

**Dokumentation und Datenmanagement:** Wie werden Untersuchungsergebnisse gespeichert, ausgewertet und bei Bedarf weiterverarbeitet? Welche Schnittstellen werden benötigt?

**Technischer Betrieb:** Welche Anforderungen bestehen an Wartung, Service, Zubehör und die langfristige Verfügbarkeit der Systeme?

**Individuelle Anforderungen:** Welche Funktionen sind für die jeweilige Einrichtung tatsächlich notwendig, und welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Eine strukturierte Bedarfsermittlung hilft dabei, die medizinischen, technischen und organisatorischen Anforderungen gemeinsam zu betrachten.

## EKG-Diagnostik mit SCHILLER Medizintechnik

SCHILLER Medizintechnik bietet Lösungen für unterschiedliche Bereiche der kardiopulmonalen Diagnostik. Dazu gehören Systeme für das Ruhe-EKG, die Langzeit-EKG-Diagnostik und die Belastungsdiagnostik.

Je nach Einsatzbereich können unterschiedliche technische Anforderungen im Vordergrund stehen. Während bei einem Ruhe-EKG beispielsweise die schnelle Durchführung einer Untersuchung relevant ist, können bei der Langzeit-EKG-Diagnostik die ambulante Aufzeichnung und die spätere Auswertung eine wichtige Rolle spielen. Bei der Belastungsdiagnostik sind wiederum die Anforderungen an die kontrollierte Untersuchung unter körperlicher Anstrengung zu berücksichtigen.

Einen Überblick über passende Lösungen bieten die folgenden Produktbereiche:

**Ruhe-EKG:** [CARDIOVIT AT-1 G2 – Ruhe-EKG-System](https://www.schillermed.de/produkte/cardiovit-at-1-g2/)

**Langzeit-EKG:** [medilog® – Langzeit-EKG und Holtersysteme](https://www.schillermed.de/produkte/medilog-langzeit-ekg-medilog-ar/)

**Belastungsdiagnostik:** [CARDIOVIT CS-200 Excellence ErgoSpiro](https://www.schillermed.de/produkte/cardiovit-cs-200-excellence-ergospiro/)

Welche Lösung für eine Einrichtung infrage kommt, hängt vom benötigten Untersuchungsverfahren, den gewünschten Funktionen und den vorhandenen technischen Rahmenbedingungen ab. Die aktuellen Produktinformationen geben Auskunft über die jeweils verfügbaren Funktionen und Konfigurationen.

## Fazit: Das passende EKG-Verfahren richtet sich nach der diagnostischen Fragestellung

Ruhe-EKG, Langzeit-EKG und Belastungs-EKG sind unterschiedliche Verfahren zur Erfassung der elektrischen Herzaktivität. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Aufzeichnungsdauer, Untersuchungsbedingungen und diagnostischem Schwerpunkt.

Das Ruhe-EKG ermöglicht eine kurze Aufzeichnung unter Ruhebedingungen. Das Langzeit-EKG dient der Beobachtung des Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum. Das Belastungs-EKG untersucht die Reaktion der elektrischen Herzaktivität auf körperliche Anstrengung.

Für medizinische Einrichtungen ist es deshalb sinnvoll, sowohl die klinischen Anforderungen als auch die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen bei der Auswahl eines EKG-Systems zu berücksichtigen.

**Sie möchten mehr über EKG-Systeme und Lösungen für die kardiologische Diagnostik erfahren?**

Informieren Sie sich über das [Kardiologie-Portfolio von SCHILLER Medizintechnik](https://www.schillermed.de/) oder wenden Sie sich an unser Team, um Ihre Anforderungen an die EKG-Diagnostik zu besprechen.

### Fachliche Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Quellen bieten weiterführende Informationen zu den im Beitrag behandelten diagnostischen Fragestellungen:

– **NICE – Atrial fibrillation: diagnosis and management:** [Offizielle Leitlinie mit Empfehlungen zur Diagnose von Vorhofflimmern und zur ambulanten EKG-Überwachung](https://www.nice.org.uk/guidance/ng196/chapter/Recommendations)
– **European Society of Cardiology (ESC) – 2024 Guidelines for the management of chronic coronary syndromes:** [Europäische Leitlinie zu chronischen Koronarsyndromen](https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehae177)
– **Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK):** [Leitlinien und wissenschaftliche Empfehlungen](https://dgk.org/leitlinien-jumppage/)

Die Leitlinien dienen der fachlichen Einordnung der medizinischen Aussagen. Die Auswahl und Anwendung diagnostischer Verfahren erfolgt anhand der individuellen klinischen Situation und der jeweils geltenden fachlichen Empfehlungen.

*Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen fachlichen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beurteilung. Vor der Veröffentlichung sollten medizinische Aussagen, die Aktualität der Quellen und die verlinkten Produktinformationen fachlich geprüft werden.*

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